5. Mose 18,10-12
„10 Es soll niemand unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, oder einer, der Wahrsagerei betreibt oder Zeichendeuterei, oder ein Beschwörer oder ein Zauberer 11 oder einer, der Geister bannt, oder ein Geisterbefrager oder ein Hellseher oder jemand, der sich an die Toten wendet. 12 Denn wer so etwas tut, ist dem HERRN ein Gräuel, und um solcher Gräuel willen vertreibt der HERR, dein Gott, sie vor dir aus ihrem Besitz.“
Okkultismus ist ein Bereich, vor dem die Bibel wiederholt warnt, der jedoch oft unterschätzt oder missverstanden wird. Während viele Menschen ihn als eine Randerscheinung betrachten, ist er tief in unserer Gesellschaft verwurzelt – sei es durch Wahrsagerei, Esoterik, spirituelle Praktiken oder moderne Formen des Heidentums.
Die biblische Sicht auf den Okkultismus ist eindeutig: Er stellt eine direkte Abkehr von Gott dar und öffnet die Tür für dämonischen Einfluss. In diesem Beitrag wird erörtert, was Okkultismus ist, warum er so gefährlich ist und wie man sich davor schützen kann.
Die Definition von Okkultismus
Das Wort „okkult“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „verborgen“ oder „verdeckt“. Okkultismus umfasst alle Praktiken, die mit verborgenen, übernatürlichen Kräften zu tun haben, die nicht von Gott stammen. Die Bibel zeigt klar, dass hinter dem Okkultismus dämonische Mächte stehen, die Menschen täuschen und versklaven.
Viele Menschen geraten aus einer tiefen Sehnsucht nach übernatürlicher Erkenntnis oder Macht in den Okkultismus. Sie suchen Antworten auf Fragen des Lebens oder wollen Kontrolle über ihre Zukunft erlangen. Doch anstatt Frieden zu finden, geraten sie immer tiefer in ein Netz geistlicher Finsternis.
Ein zentraler Aspekt des Okkultismus ist die Aufdeckung verborgenen Wissens – sei es über die Zukunft, die Vergangenheit oder verborgene geistliche Wahrheiten. Die Bibel macht jedoch deutlich, dass Gott selbst der Ursprung aller wahren Erkenntnis ist und dass jede übernatürliche Information, die nicht von Ihm kommt, aus einer dämonischen Quelle stammt.
Die beiden Hauptzweige des Okkultismus werden in der Bibel als Wahrsagerei und Zauberei/Hexerei bezeichnet.
● Wahrsagerei (Divination) liefert auf übernatürlichem Weg Erkenntnisse über Menschen, Ereignisse und Situationen. Häufig spielt dabei auch die Vorhersage der Zukunft eine Rolle. Die bekanntesten Erscheinungsformen unserer Zeit sind Wahrsagerei, Hellseherei und Außersinnliche Wahrnehmung (ASW, engl. ESP – Extrasensory Perception).
● Zauberei oder Hexerei ist der zweite Kanal des Okkultismus. Man könnte die Hexerei einerseits als Zwillingsschwester der Divination bezeichnen, andererseits wirkt sie in einem eigenen, konkreten Bereich: Sie nutzt die unterschiedlichsten Mittel, zum Beispiel Drogen, Zaubertränke, Talismane, Amulette, Magie, Zaubersprüche, Beschwörungen und verschiedene Formen von Musik, um die fünf Sinne des Menschen zu beeinflussen.
Wichtig zu verstehen ist, dass der ganze okkulte Bereich einen praktisch allgegenwärtigen Einfluss auf die Menschheit ausübt.
Die Wurzeln des Okkultismus in der Bibel
Die Bibel zeigt, dass der Okkultismus nicht nur eine menschliche Erfindung ist, sondern eine Strategie Satans, um Menschen von Gott wegzuführen. In 5. Mose 18,10-12 warnt Gott ausdrücklich vor verschiedenen okkulten Praktiken:
„Es soll unter dir niemand gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keiner, der Wahrsagerei betreibt, kein Zauberer oder Beschwörer oder Magier oder Bannsprecher oder Totenbeschwörer oder Wahrsager oder der die Toten befragt. Denn jeder, der so etwas tut, ist dem Herrn ein Gräuel.“
Diese Passage zeigt, dass Okkultismus kein harmloser Zeitvertreib ist, sondern eine ernsthafte Sünde, die Gott verabscheut. Menschen, die sich darauf einlassen, setzen sich bewusst oder unbewusst dem Einfluss von Dämonen aus.
Dämonen und Okkultismus arbeiten Hand in Hand. Tatsächlich würde der Okkultismus ohne Dämonen nicht existieren. Die Schrift zeigt, dass hinter allen Formen des Okkultismus eine geistliche Realität steht – oft verkleidet als „Licht“, doch in Wahrheit eine Quelle der Täuschung und Versklavung.
Die Hauptformen des Okkultismus
Die Bibel beschreibt verschiedene Ausdrucksformen des Okkultismus, die sich in drei Hauptkategorien unterteilen lassen:
● Divination (Wahrsagerei)
Divination ist der Versuch, durch übernatürliche Mittel Erkenntnisse über Menschen, Ereignisse oder die Zukunft zu erlangen. Dies geschieht oft durch:
• Astrologie und Horoskope
• Wahrsagen und Kartenlegen
• Pendeln und Handlesen
• Spiritistische Sitzungen und Gläserrücken
Wie der Spiritismus nimmt die Divination verschiedene Formen an, von denen nachfolgend einige aufgelistet werden:
1. Astrologie
Dies ist die populärste Form der Weissagung. Ihre Popularität geht bis in die Antike zurück. Sie wird erwähnt in 5. Mose 17,2-7; 2. Könige 23,5; Jesaja 47,12-13; Jeremia 10,2; Amos 5,25-26 und Apostelgeschichte 7,41-43.
2. Kartomantie (Kartenlegen)
Verwendung eines Kartenspiels oder von Tarotkarten zum Zweck der Weissagung. Die, die diese Form der Divination betreiben, nennt man Kartenleger oder Kartenleser.
3. Psychometrie
Die angebliche Fähigkeit, Fakten über ein Ereignis oder eine Person durch Berühren unbelebter, damit verbundener Gegenstände zu entdecken.
4. Handlesen
Die Praxis, den Charakter einer Person zu interpretieren oder ihre Zukunft vorauszusagen, indem man ihre Handflächen untersucht.
5. Wünschelrutengänger oder Wasserhexen
Leute, die angeblich mit Hilfe einer gegabelten Rute oder eines gebogenen Drahtes Wasseroder Erzadern entdecken können.
6. Pendeln
Verwendung eines Pendels, das an einem Faden über eine Karte gehalten wird, um versteckte Substanzen und sogar Personen aufzuspüren.
7. Ouija Brett
Mit Buchstaben, Zahlen, bestimmten Wörtern und Symbolen markiertes „Spielbrett“. Ein herzförmiges Stück Holz oder Plastik wird als Zeiger oder Indikator verwendet, um während einer Seance Botschaften zu buchstabieren.
8. Kristallkugeln
9. Hellsehen
Wahrnehmen zukünftiger Dinge oder Ereignisse; alte Form der Weissagung, erwähnt in 1. Mose 44,5 und Jesaja 47,9.
Ein biblisches Beispiel ist die Magd in Apostelgeschichte 16,16-18, die einen Wahrsagegeist hatte. Paulus erkannte die dämonische Quelle ihrer Fähigkeit und trieb den Geist im Namen Jesu aus. Wahrsagerei ist deshalb so gefährlich, weil sie den Menschen einen Zugang zu satanischer Erkenntnis bietet, die nicht von Gott kommt.
● Hexerei und Magie
Hexerei ist ein weiterer Hauptkanal des Okkultismus. Sie umfasst:
• Zaubersprüche und Flüche
• Talismane und Amulette
• Beschwörungen und Rituale
• Schwarze und weiße Magie
In der Magie oder der Zauberei werden durch den Einsatz übernatürlicher Kräfte bestimmte Ergebnisse herbeigeführt, die jenseits der menschlichen Macht liegen. Dies wird durch den tatsächlichen Einsatz von Dämonen bewirkt. Diese Falle des Okkultismus hat mindestens folgende bekannte Formen angenommen:
1. Schwarze Magie
Behauptet, die Kräfte des Bösen oder Satans zu benutzen.
2. Weiße Magie
Behauptet, die Kräfte des Guten zu nutzen. Tatsächlich sind sowohl schwarze als auch weiße Magie satanisch.
3. Naturmagie
Behauptet, die Kräfte der Natur zu nutzen.
4. Gedankenübertragung
Übertragung von Gedanken von einem Geist auf einen anderen.
5. Hypnose
Jemanden hypnotisieren, um etwas Böses zu tun.
6. Magischer Mesmerismus
Heilung durch Berührung.
7. Heilende Magie
8. Zaubertränke
Verwendung von Zaubertränken, die entweder Liebe oder Hass zu einer Person wecken sollen.
9. Verfluchung
Aussprechen eines bestimmten Fluches über jemanden mit Hilfe einer Voodoopuppe oder eines anderen Gegenstandes.
10. Fruchtbarkeitsamulette
11. Satan „binden“
Der Anspruch, die Macht zu haben, Satan durch Gebete oder Formeln zu binden
12. Todesmagie
13. Tragen von Amuletten, um Unglück abzuwehren. Eine ziemlich alte Praxis, zu finden in 1Mo 35,4; Ri 8,21.26; Jes 3,18)
Viele Menschen glauben, dass es „gute“ Magie gibt, die für Schutz oder Heilung eingesetzt werden kann. Doch die Bibel macht keinen Unterschied zwischen „weißer“ und „schwarzer“ Magie – beides stammt aus der gleichen dämonischen Quelle.
● Spiritismus und Totenbeschwörung
Spiritismus ist der Versuch, mit verstorbenen Seelen oder geistigen Wesen in Kontakt zu treten. Die Bibel zeigt jedoch, dass solche Phänomene nicht auf die Seelen Verstorbener zurückzuführen sind, sondern auf Dämonen, die sich als Verstorbene ausgeben (vgl. 1Sam 28,3-25).
Spiritismus in seiner Grundform ist die Beratung mit den Toten. Er kann fünf Formen annehmen:
1. Physikalische Phänomene
Dazu gehören Levitation (das freie Schweben eines Körpers im Raum), Apports (das plötzliche Erscheinen oder Verschwinden von Gegenständen, oft durch feste Materialien hindurch) und Telekinese (die Bewegung von Objekten durch unsichtbare Kräfte ohne physische Berührung).
2. Psychische Phänomene
Diese umfassen Visionen, automatisches Schreiben (bei dem eine Person unbewusst Botschaften empfängt und niederschreibt), Sprechen in Trance, Materialisation (die Erscheinung von körperhaften Gestalten durch ein Medium), Tisch- und Glasrücken sowie außerkörperliche Erfahrungen.
3. Metaphysische Phänomene
Hierzu zählen Erscheinungen, bei denen Geister in menschlicher Gestalt sichtbar werden, sowie Gespenster, die an bestimmten Orten, wie Häusern, auftreten.
4. Magische Phänomene
Diese beinhalten magische Verfolgung, wie sie in 4. Mose 22,6-7 und 24,1 beschrieben wird, sowie magische Verteidigung, bei der Beschwörungsformeln genutzt werden, um sich vor übernatürlichen Angriffen zu schützen. Bileam wird in Josua 13,22 als „Wahrsager“ bezeichnet, weil er an solchen Praktiken beteiligt war.
5. Kultische Phänomene
Dazu gehören spiritistische oder mystische Sekten, der eigentliche Spiritismus sowie Nekromantie – die Kontaktaufnahme mit Verstorbenen, eine Praxis, die in der Bibel mehrfach erwähnt wird (1Sam 28,3-4; 1Chr 10,13; Jes 29,4).
Okkultismus und falsche Religionen
Ein enger Zusammenhang besteht zwischen Okkultismus und falschen Religionen. Viele Religionen haben okkulte Elemente in ihren Lehren oder Praktiken. Paulus schreibt in 1. Korinther 10,20-21: „Was die Heiden opfern, das opfern sie den Dämonen und nicht Gott; ich aber will nicht, dass ihr Gemeinschaft mit den Dämonen habt.“
Dies zeigt, dass hinter vielen religiösen Praktiken, die nicht auf Jesus Christus gegründet sind, dämonische Mächte stehen.
Warum ist Okkultismus so gefährlich?
Die Bibel macht deutlich, dass Okkultismus schwere geistliche und oft auch physische Konsequenzen hat:
● Er öffnet die Tür für dämonische Belastung
Menschen, die sich mit Okkultismus befassen, setzen sich bewusst oder unbewusst dämonischen Mächten aus. Dies kann sich in geistlicher Unterdrückung, Angstzuständen oder sogar dämonischer Bindung äußern.
● Er führt zur geistlichen Täuschung
Der Okkultismus präsentiert sich oft als „Licht“, führt aber in geistliche Finsternis. Menschen glauben, sie hätten Zugang zu göttlicher Weisheit, während sie in Wahrheit von Lügen gefangen gehalten werden.
● Er bringt Fluch und Zerstörung ins Leben eines Menschen
Viele Menschen, die sich dem Okkultismus öffnen, erleben übernatürliche Phänomene, Albträume, Krankheiten oder unkontrollierbare Gedanken. Dies sind oft Anzeichen für dämonische Aktivitäten.
Wie man sich vom Okkultismus befreit
Wer sich jemals mit okkulten Praktiken eingelassen hat, sollte sich bewusst davon lossagen und Gottes Vergebung suchen.
● Buße tun und um Vergebung bitten.
Wer in okkulten Praktiken verstrickt war, sollte sich im Gebet von diesen Sünden lossagen (1Joh 1,9).
● Alle okkulten Gegenstände vernichten.
In Apostelgeschichte 19,19 verbrannten neue Gläubige ihre Zauberbücher als Zeichen ihrer Umkehr.
● Den Namen Jesu proklamieren.
Die Autorität über alle dämonischen Mächte liegt allein bei Jesus Christus (Phil 2,9-11).
Die Bibel und Okkultismus
Die Bibel berichtet über die weit verbreitete Praxis der Zauberei, aber sie verbietet den Gläubigen eindeutig jeglichen Kontakt mit der okkulten Welt. Solche Verbote finden sich in der gesamten Heiligen Schrift (2Mo 22,18; 3Mo 19,26.31; 20,6.27; 5Mo 18,9-14; 1Sam 15,23; 2Kön 21,6; Jes 8,19; Jer 29,8-9; Micha 5,12; Apg 19,18-20). Trotz all dieser eindeutigen Verbote war die Praxis der Zauberei in der gesamten biblischen Geschichte recht populär (1Mo 41,8; 2Mo 7,11; 2Kön 9,22; 17,17; 23,24; 2Chr 33,6; Jes 19,3; Jer 27,9-10; Hes 21,26; Dan 1,20; 2,2.27; 4,7; 5,11; Nah 3,4; Mal 3,5; Mt 7,22-23; Apg 8,9-11; 13,6-11; 19,19; Gal 5,20; 2Tim 3,8).
Fazit: Nur Jesus bringt wahre Freiheit
Okkultismus mag harmlos erscheinen, doch die Bibel warnt klar vor seinen Gefahren. Wer sich auf okkulte Praktiken einlässt, öffnet die Tür für dämonische Mächte, die Menschen täuschen und zerstören wollen.
Doch es gibt Hoffnung: Jesus Christus ist stärker als jede dunkle Macht. Er sagt in Johannes 14,6: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“
Wer sich von Okkultismus lossagt und Jesus als Herrn seines Lebens annimmt, wird die wahre Freiheit erfahren, die nur in Ihm zu finden ist.
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Gottes Segen Euch allen!
1. Thessalonicher 5,23
„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“
Amen und Amen